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Vitamin D ein wesentlicher Faktor zur Vermeidung einer
Osteoporose
Eine ausgewogene Ernährungsweise mit reichlichem Verzehr von Milch und
Milchprodukten sowie Gemüse ist neben ausreichender Bewegung der
entscheidende Faktor für die Prävention und Behandlung von Osteoporose,
berichtet heute Diplom Oecotrophologe Thomas Reiche von der Gesellschaft für
Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.
Das Mengenelement Calcium macht seinem Namen alle Ehre: Rund 800 Gramm
dieses lebenswichtigen Mineralstoffes sind im Körper einer Frau gespeichert,
beim Mann sogar über ein Kilogramm. Calcium verleiht den Knochen durch
Einlagerung die nötige Stabilität. Über 99,5 Prozent des Calciums befinden
sich im Knochen. Zusätzlich erfüllt Calcium wichtige Aufgaben für die
Blutgerinnung und Muskelkontraktion.
Die Resorptionsquote, also der tatsächlich vom Organismus genutzte Anteil
des mit der Nahrung zugeführten Calciums, liegt zwischen 20 und 60 Prozent.
Vitamin D (Cholecalciferol) spielt für die Regulation des Calciumhaushaltes
eine entscheidende Rolle. Nach erfolgtem Umbau in Leber und Niere erhöht es
als Vitamin D-Hormon Calcitriol die Calcium-Aufnahme aus dem Darm. Darüber
hinaus fördert Vitamin D bei ausreichender Calciumzufuhr den Knochenaufbau.
Fällt dagegen der Calciumgehalt im Blut unter die Norm (2,5 Millimol pro
Liter), schüttet die Nebenschilddrüse vermehrt Parathormon aus, das in
dreifacher Weise die Plasmakonzentration von Calcium erhöht: Parathormon
löst über die Aktivierung von knochenabbauenden Zellen den Knochen auf,
fördert die Calcium-Resorption in den Nieren und steigert dort die
Vitamin-D-Produktion und damit die Calcium-Resorption aus dem Darm. Doch
auch ein Vitamin-D-Spiegel von weniger als 80 Nanomol pro Liter bewirkt eine
Ausschüttung von Parathormon [1].
Daher ist auch die ausreichende Versorgung mit Vitamin D ein wesentlicher
Faktor zur Vermeidung einer Osteoporose, die durch eine drastische Abnahme
der Knochenmasse gekennzeichnet ist. Da der Organismus Vitamin D durch
Sonneneinstrahlung selbst herstellen kann, hängt der Bedarf an über die
Nahrung zugeführtem Vitamin D sehr stark von der Dauer und Intensität der
UV-Exposition ab. Die Zufuhrempfehlung von 5 Mikrogramm Vitamin D
berücksichtigt bereits eine unzureichende Synthese in der Haut. Allerdings
ist bei älteren Menschen die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung deutlich
reduziert, so dass die Zufuhrempfehlung für Senioren bei täglich 10
Mikrogramm Vitamin D liegt.
Da viele Menschen im Alter körperlich passiv sind und sich zu wenig in der
Sonne aufhalten, sind Senioren, insbesondere Frauen nach der Menopause, die
größte Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel und nachfolgend für
Osteoporose. Gerade für diesen Personenkreis hat sich eine hochdosierte
Supplementation von Vitamin D und Calcium zur Osteoporose-Prophylaxe
bewährt.
Sinnvoll ist die zusätzliche tägliche Einnahme von 800 Milligramm Calcium
und 5 Mikrogramm Vitamin D. Eine Vielzahl aktueller Studien hat gezeigt,
dass die Zufuhr von 20 Mikrogramm Vitamin D und 1.200 Milligramm Calcium das
Risiko für Stürze und Knochenbrüche deutlich verringert [2].
Eine gesunde Ernährungsweise, die fünf Portionen Gemüse und Obst sowie
fettarme Milch und Milchprodukte beinhaltet, stellt somit das Fundament
einer knochengesunden Ernährungsweise dar. Gute pflanzliche Calcium-Quellen
stellen dabei dunkelgrüne Gemüsesorten wie Brokkoli, Grünkohl oder Spinat
dar. Als gute Lieferanten für Vitamin D bieten sich fettreiche Meeresfische,
Leber und Eier neben mit Vitamin D angereicherten Lebensmitteln wie
Margarine und Brot.
Das Skelettsystem passt sich als dynamisches Gewebe durch ständigen Umbau
der Knochenstrukturen an mechanische Belastungsreize an, baut jedoch
umgekehrt bei fehlender Belastung Knochenmasse ab. Sportliche Aktivität ist
daher sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung der Osteoporose von
entscheidender Bedeutung. Empfehlenswert sind beispielsweise mindestens
dreimal wöchentlich etwa eine halbe Stunde lockeres Joggen oder kraftbetonte
Gymnastik.
Idealerweise sollte Sport gerade im Frühling und Sommer in der freien Natur
ausgeübt werden, um die körpereigene Produktion von Vitamin D zu optimieren,
erläutert Ernährungswissenschaftler Reiche abschließend. Weitere
Informationen zu einer gesunden Ernährungsweise sind unter
www.ernaehrungsmed.de erhältlich.
Quellen:
[1]Nieves, J. W. (2005): Osteoporosis: the role of micronutrients. Am J Clin
Nutr 2005; 81 (suppl): 1232S-1239S.
[2]Pfeifer, M.; Minne, H. W (2006): Prävention von Stürzen und Frakturen bei
älteren Menschen: Vitamin-D- und Calciumsupplementation sind wirksam.
Deutsches Ärzteblatt 2006; 103(3): A 116-A 117.
Quelle: diaita
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